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[Video] Arbeitswelt - Wie KI den Jobmarkt wirklich verändert

Vocab level: B2
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Ob im Büro, auf dem Bau oder in der Medizin.
Künstliche Intelligenz verändert längst unsere Arbeit.
Aber führt sie auch zu Jobverlust?
Ich denke, dass nicht unbedingt die Jobs komplett ersetzt werden.
Die Jobs werden sich verändern.
Meine Bedenken sind eher, dass wir unsere Gehirnkapazität irgendwann ein bisschen aufgeben und verlieren.
Weil uns so viel abgenommen wird, dass man am Ende weniger nachdenken muss.
Dass Maschinenjobs von Menschen übernehmen, ist nicht neu.
Doch wie weit wird das mit KI gehen?
Generative KI betrifft aber alles, was digital ist, was digitalisierbar ist.
Insofern hat das einen viel, viel stärkeren Wumms, meiner Meinung nach, als alles, was wir bisher hatten.
Max will wissen, macht die neue Kollegin uns bald alle arbeitslos?
Wir sind am Pathologischen Institut der Frankfurter Uniklinik.
Fördergelder vom Bund finanzieren hier die Pathologie der Zukunft, in der künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielt.
Das Team rund um Prof. Wild untersucht hier Gewebeproben, stellt Diagnosen, z.B. Brustkrebs oder Prostatakrebs.
Rund 500.000 Objektträger werden hier jährlich analysiert für 6 Krankenhäuser in der Region.
KI ist eben nicht nur die Bewältigung von komplexen Aufgaben, sondern wir nutzen hier die Spracherkennung,
um einen vorher sehr aufwendigen Prozess mit Aufschreiben der Proben, die bei uns ankommen, abdiktieren, schreiben mit dem Schreibbüro direkt vor Ort, automatisieren.
Hier im Labor werden die Gewebeproben für die Analyse vorbereitet.
Vieles wird weiterhin von Hand übernommen, aber
Bisher war es eben so, dass wir histologische Schnitte unter dem Mikroskop angesehen haben.
Und diese histologischen Schnitte werden jetzt digitalisiert.
Und ich gucke mir in Zukunft nur noch die Schnitte auf dem Bildschirm an.
Bis vor kurzem wurden Gewebeproben noch durchs Haus getragen, mit dem Mikroskop analysiert und gingen zurück ins Archiv.
Dort lagerten sie ungenutzt.
Heute sind alle alten und neuen Proben digital verfügbar.
Ein Datenschatz, der jahrzehntelange Erfahrung vieler Pathologen bündelt, mit der KI nun arbeitet.
Schneller und präziser als zuvor.
KI und Digitalisierung ist immer dann schön, wenn sie einen selbst nicht betrifft.
Das ist ein Satz, den mir viele Mitarbeiter sagen.
Die Arbeit verändert sich sehr.
So empfinden aktuell viele Menschen.
Eine repräsentative Studie der Technischen Uni Darmstadt zeigt,
81 Prozent der befragten Deutschen sorgen sich davor, dass künstliche Intelligenz ihren Job übernehmen könnte.
Vor allem junge Menschen.
Ich glaube, dass wir als jetzige Studienabgänger oder vielleicht auch in den nächsten drei bis fünf Jahren wahrscheinlich eher Probleme haben werden, Einstiegsjobs zu finden, bis sich das quasi wieder eingependelt hat.
Dass wir ein bisschen ein schlechtes Timing erwischt haben.
Also ich... Ich bin werdende Hebamme und ich habe ehrlich gesagt keine Angst davor, weil ja mein Job ist eigentlich unersetzbar durch künstliche Intelligenz.
Ich bin in dem Leitungsbau, vor allem Glasfaser.
Und da ist auch sehr viel Kundenkontakt und die KI wäre nicht in der Lage, das zu ersetzen.
Ob KI doch bald ganze Berufsfelder ersetzen oder unsere Arbeit nur verändern wird?
Dieser Frage widmet sich seit mehr als zehn Jahren der Wirtschaftsinformatiker Peter Buchsmann.
Wenn sie eine Tätigkeit haben, die digital ist oder digitalisierbar ist, sozusagen auf dem Bildschirm abbildbar ist, dann kommt generative KI ins Spiel.
Und dann wird sich meiner Meinung nach tatsächlich alles verändern.
Wenn wir aber, sagen wir mal, irgendeinen Job haben, wo es eher in die Richtung geht, vielleicht ein Koch, vielleicht ein Handwerker, da wird sich nicht so viel verändern.
Generative KI werde aber in allen Branchen Routineaufgaben übernehmen.
Das zeigen auch schon Studien.
Rund 700 Unternehmen gaben an,
KI helfe vor allem komplexe Aufgaben zu erledigen, die Qualität der Arbeit zu verbessern,
aber sie helfe auch, den Mangel an Fachkräften abzufedern.
Einsparung von Personal nannten die wenigsten.
Langfristig allerdings, betont der Wirtschaftsinformatiker, käme es auf jedes einzelne Unternehmen an.
Wir nehmen einen Verlag im Bereich Journalismus, wo geschrieben wird.
Dann haben die Führungskräfte praktisch die Entscheidung,
ob sie jetzt sozusagen den gleichen Output nehmen und jetzt mit vielleicht weniger Mitarbeitenden erzielen
oder ob sie sagen, hey, wir wollen jetzt bessere Texte haben, wir wollen bessere Software haben und nehmen dann sozusagen die Mitarbeitenden, um das Bessere zu erzielen.
Die Frankfurter Uniklinik hat sich für das Bessere entschieden.
In der Pathologie ist künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken.
Letztes Jahr wurden hier rund 14.000 Krebspatienten besprochen.
Ohne KI hat das pro Patient 4 Stunden gedauert, heute nur noch eine Minute.
Durch KI geht die Diagnostik nicht nur schneller, sondern sie wird auch besser.
Also was Sie hier sehen, ist ein ganz aktuelles Beispiel einer Patientin mit Brustkrebs.
So man sieht hier im Dunkelblau die Tumorzellkerne und in Braun die positiven Zellkerne, die die KI auch jeweils mit einem winzigen Pünktchen markiert hat.
Bislang musste Peter Wild schätzen, wie viele dieser Millionen Zellkerne braun, also Krebs sind.
Als Arzt kann ich ja nicht wirklich zählen.
Also ich zähle nicht 80.000 Zellkerne aus, sondern ich schätze.
Die KI zählt.
In den nächsten zehn Jahren gehen 50 Prozent der Pathologen in Rente.
KI helfe, deren Wissen zu automatisieren.
Doch hat auch der Professor Angst um seinen Job?
Ich selber habe davor keine Angst.
Ich glaube, dass es uns helfen wird,
die Diagnostik zu verbessern und zu standardisieren.
Das muss das Ziel sein.
Und wenn es dafür KI braucht, dann wird egal, was wir denken, und fürchten, es wird passieren.
KI verändert unsere Arbeit, vor allem Routinejobs.
Entscheidend wird sein, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden qualifizieren und einsetzen.
Dann kann KI mehr Chance sein als Risiko.