[Video] Was Stress mit unserem Gehirn macht
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Schläfst du unruhig?
Bist du gereizt oder launisch?
Vergisst du kleine Dinge?
Fühlst du dich überfordert und isoliert?
Keine Sorge, das kennen wir alle.
Vielleicht bist du gerade gestresst.
Stress ist aber nicht immer schlecht.
Er sorgt für Schübe an Energie und Konzentration, etwa bei Sportwettkämpfen oder Auftritten vor Publikum.
Doch wenn der alltägliche Stress zum Dauerzustand wird, fängt er tatsächlich an, das Gehirn zu verändern.
Chronischer Stress, etwa durch Überarbeitung oder Streitigkeiten zu Hause, kann sich auf die Größe, Struktur und Funktion des Gehirns bis auf Genebene auswirken.
Stress beginnt mit der sogenannten Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse.
Eine Reihe von Wechselwirkungen zwischen endokrinen Drüsen im Gehirn und in der Niere, die die Reaktion des Körpers auf Stress steuern.
Wenn das Gehirn eine stressige Situation registriert, wird sofort die HHN-Achse aktiviert und das Hormon Cortisol ausgeschüttet,
das den Körper auf rasches Handeln vorbereitet.
Über lange Zeit schädigt ein hoher Cortisol-Spiegel jedoch das Gehirn.
So erhöht chronischer Stress zum Beispiel die Aktivität und Anzahl der neuronalen Verbindungen in der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns.
Wenn der Cortisol-Spiegel steigt, verschlechtern sich zudem die elektrischen Signale im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, der für Lernen, Erinnerung und Stresskontrolle zuständig ist.
Da der Hippocampus zudem die Aktivität der HHN-Achse hemmt, schwindet bei dessen Schwächung auch die Fähigkeit zur Stresskontrolle.
Damit nicht genug. Cortisol kann unser Gehirn buchstäblich zum Schrumpfen bringen.
Zu viel davon führt zum Verlust synaptischer Verbindungen zwischen Neuronen
und zum Schrumpfen des präfrontalen Kortex, der Gehirnregion die Fähigkeiten wie Konzentration, Entscheidungsfindung, Urteilsvermögen und soziale Interaktion steuert.
Es verringert darüber hinaus die Produktion neuer Gehirnzellen im Hippocampus.
Chronischer Stress hemmt also Lernen und Erinnerung.
Er kann die Voraussetzungen für ernstere psychische Probleme wie Depressionen schaffen, und schließlich zu Alzheimer führen.
Stress kann Auswirkungen bis in die DNS des Gehirns verursachen.
Ein Experiment hat gezeigt, dass sich die Art, wie Rattenmütter ihren Nachwuchs pflegen, darauf auswirkt, wie die Kleinen später auf Stress reagieren.
Die Kinder fürsorglicher Mütter reagierten weniger empfindlich auf Stress, weil ihre Gehirne mehr Cortisolrezeptoren entwickelten, an denen das Cortisol anhaftet, was die Stressreaktion abschwächt.
Bei den jungen nachlässiger Mütter war das Gegenteil der Fall.
Sie reagierten ihr Leben lang empfindlicher auf Stress.
Dies sind epigenetische Veränderungen.
Das heißt, sie beeinflussen, welche Gene ausgeprägt werden, ohne jedoch den genetischen Code direkt zu verändern.
Die Veränderungen lassen sich jedoch umkehren, indem man die Mütter austauscht.
Doch ein Ergebnis überrascht.
Die epigenetischen Veränderungen, die eine Rattenmutter verursachte, wurden an viele nachfolgende Generationen weitergegeben.
Die Ergebnisse dieses Verhaltens waren also vererbbar.
Und jetzt die gute Nachricht.
Die Auswirkungen von Cortisol auf das Gehirn lassen sich rückgängig machen.
Die stärksten Waffen sind Bewegung und Meditation, denn dadurch wird die Atmung tiefer und man konzentriert sich bewusst auf seine Umgebung.
Beide Aktivitäten verringern Stress und vergrößern den Hippocampus, was die Gedächtnisleistung verbessert.
Lass dich also nicht vom Alltagsdruck unterkriegen.
Behalte deinen Stress im Griff, ehe er anfängt, dich zu beherrschen.
Chronischer Stress beeinflusst nicht nur dein Gehirn, er kann auch deinem Körper schaden.
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