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Börsenhandel an der Hochschule

Vocab level: B2
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Nach der TU München verfügt Ulm als zweite deutsche Hochschule über einen „Trading Room".
Das ist eine Art fiktive Börse,
wo Studenten eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiengangs unter realen Bedingungen üben, wie man Aktien und Optionsscheine handelt.
Der einzige Unterschied ist, dass alles virtuell, also nur in einem speziellen Computerprogramm, funktioniert.
Die Studierenden können keine echten Gewinne machen.
Heute haben wir Herrn Kirch zu Gast, der uns seine Erfahrungen im „Trading Room" schildert.
Er hat gerade sein Studium der Wirtschaftsmathematik abgeschlossen und promoviert nun.
Doch im „Trading Room" ist er ein fiktiver Aktienhändler.
Herr Kirch, was macht denn so ein Börsenmakler in diesem Programm?
Wir müssen z. B. auf Anfragen von Aktionären reagieren.
Gerade eben hat jemand nach Siemensaktien gefragt.
Auf dem Bildschirm habe ich gesehen, dass es mit dem Aktienkurs von Siemens abwärts geht.
Also habe ich auch einen niedrigeren Kurswert angegeben.
Daraufhin hat der Aktionär uns 10.000 Siemensaktien verkauft.
Kurz darauf hat sich aber herausgestellt, dass das kein gutes Geschäft für uns war, denn die Kurse fielen weiter.
Das hatte ich nicht erwartet.
Wäre das jetzt ein echtes Geschäft gewesen, dann hätten wir ein Minus von 5.000 Euro gemacht.
Na, ein Glück, dass im „Trading Room" alle Geschäfte nur virtuell ablaufen.
An den Computer kann man fast alles machen, was beispielsweise ein Börsenmakler an der Frankfurter Börse auch tun würde.
Jeder Rechner wird online mit allen Daten über die Finanzmärkte weltweit versorgt.
Ja, und außerdem können wir am Computer auch historische Ereignisse mit Auswirkungen auf die Finanzmärkte simulieren.
Z. B. lese ich gerade von den vielen Hurrikan-Katastrophen in Amerika und kann mir überlegen, wie der Markt darauf reagiert.
Am Bildschirm sehe ich, dass vor allem internationale Aktien an Wert verlieren.
Das geht sehr schnell.
Das heißt, es ist sehr wichtig, auf solche Informationen sofort zu reagieren.
Das kann man nicht in der Vorlesung lernen, sondern nur im „Trading Room".
Wer nutzt denn diesen „Trading Room"?
Die Studenten hier kommen vorwiegend aus den Studiengängen Wirtschaftsmathematik und Finanzmathematik.
Frau Prof. Kruse, Sie sind Leiterin der Abteilung Finanzmathematik an der Universität Ulm.
Was erwartet die Wirtschaft von Ihren Absolventen?
Sie erwartet Mitarbeiter, die bereits in irgendeiner Form Markterfahrung haben.
Das kann man aber nicht theoretisch lernen, sondern nur, indem man Situationen durchspielt, damit man spürt, wenn die Situation kritisch ist und auch die Anspannung dabei spürt.
Die Wirtschaft erhofft sich den einen oder anderen unserer Absolventen als zukünftigen Mitarbeiter.
Deshalb hat eine große Bank einen hohen Geldbetrag zur Einrichtung des „Trading Room" zur Verfügung gestellt.
Herr Kirch, wie sind die Berufsaussichten für Wirtschaftswissenschaftler?
Wer Wirtschaftsmathematik studiert, hat normalerweise kein Problem, einen Job zu bekommen.
Wir sind weniger abhängig von der Konjunktur als die typischen Betriebswirtschaftler, weil wir sehr spezialisiert sind, vor allem auf Banken und Versicherungen.
Selbst wenn es Probleme an der Börse gibt und viele Börsenmakler arbeitslos werden
- diejenigen, die Wirtschaftsmathematik studiert haben, behalten meistens ihren Job.
Hinzu kommt, dass die Anzahl der Studenten, die ihr Studium abgeschlossen haben,
bei uns auch deutlich geringer ist als beispielsweise im Fach Betriebswirtschaft.
Frau Prof. Kruse, mit dem neuen „Trading Room", den es in dieser Form bislang nur in München und in Ulm gibt, soll die Ausbildung weiter verbessert werden.
Auch andere Universitäten planen solche Programme.
Können denn in der Zwischenzeit Studenten anderer Unis Ihren „Trading Room" nutzen?
Ja, Gruppen von Studierenden anderer Universitäten können nach Ulm kommen
und im Rahmen ihrer Ausbildung der Finanzmathematik spezifische Programme durchlaufen.
Für sie wollen wir Intensivkurse anbieten, in denen sie lernen, worauf es beim Aktienhandel in den einzelnen Branchen ankommt.