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Mittagschlaf

Vocab level: B2
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Herzlich willkommen zu unserer Sendung „Gesundheit aktuell".
Am Mikrofon heute Anke Wilme und bei mir im Studio die Schlafexpertin Frau Dr. Gesa Hartmann.
Frau Hartmann, Sie beschäftigen sich schon sehr lange mit dem Thema „Schlaf" und haben bereits einige Artikel zu diesem Thema geschrieben.
Ja, das ist richtig.
Entspannender Schlaf, Schlafmangel und seine Folgen haben mich durch meine Arbeit als Ärztin schon immer interessiert
und irgendwann habe ich begonnen, mehr zu recherchieren und darüber zu schreiben.
Nun liest man in letzter Zeit häufiger von der Forderung nach Mittagsschlaf.
Ja, das ist ein interessanter Aspekt in der Schlafforschung.
Der Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg,
Jürgen Zulley, hat dazu bereits vor über dreißig Jahren ein interessantes Experiment gemacht:
Er sperrte einige Menschen vier Wochen lang unter der Erde ein, nahm ihnen die Uhren ab und ließ sie schlafen, so viel sie wollten.
Dabei stellte sich schnell heraus:
Egal, wie alt oder wie jung, wie faul oder fleißig die Leute waren - sie alle hielten Mittagsschlaf.
Wussten die Leute denn immer, wann Mittag und wann Abend war?
Nein, sie hatten ja keine Uhren und schon nach wenigen Tagen hatten sie das Gefühl für die Tageszeiten verloren.
Sie dachten, sie würden sich zur Nachtruhe legen, dabei schliefen sie nur ein halbes Stündchen.
Was kann man daraus schließen?
Jürgen Zulley schließt daraus, dass der Mensch zweimal pro Tag ruht, wenn er auf seinen Körper hört, und nicht nur einmal.
Tja, aber das ist ja leider im Alltag nicht möglich, bei einem vollen Arbeitstag.
Nun ja, Zulley kämpft genau dafür: für die Rückkehr des Mittagsschlafs - auch in den Firmen.
Aha, und wird das in Unternehmen umgesetzt?
Fast gar nicht. In Deutschland gilt man eher als faul und unproduktiv, wenn man sich mittags ausruht.
Der Mittagsschlaf wird hier nach wie vor eher negativ gesehen. Leider.
Wie sieht es denn in anderen Ländern aus?
Gibt es Länder, wo der Mittagsschlaf ganz normal ist?
Ja, das gibt es. In Japan z. B. ist der Mittagsschlaf nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.
Die Japaner meinen, der Mittagsschlaf zeige, dass die Leute so hart gearbeitet hätten, dass sie nun völlig erschöpft sind.
Dort gehört das kurze Schlafen zwischendurch einfach zur Kultur.
Interessant. Gibt es andere Beispiele?
Ja, auch in China schlafen die Menschen mittags.
Dort gibt es sogar das Grundrecht auf Mittagschlaf, das in der Verfassung steht.
Und was ist mit Beispielen aus der westlichen Welt?
Nun, in den USA ist der Mittagsschlaf zumindest üblicher als bei uns.
Firmen wie IBM oder Google haben für ihre Mitarbeiter Ruhezonen eingerichtet.
Eine Studie ergab, dass rund ein Drittel der Amerikaner in Unternehmen arbeiten, die Naps, also kurze Nickerchen zwischendurch, erlauben.
Aber auch bei uns gibt es mittlerweile Firmen, die auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter Wert legen
und beispielsweise Gymnastik- oder Entspannungskurse in der Mittagspause anbieten.
Wie lange sollte denn so eine Schlafpause idealerweise dauern?
Möglichst nicht zu lange. 10 bis 30 Minuten sind genug.
Mittagsschlaf-Profis reichen 10 Minuten völlig aus,
Anfänger brauchen eher ein bisschen länger.
Aus zahlreichen Studien wissen wir, dass 10 bis 15 Minuten Mittagsschlaf ausreichen, um die Leistungsfähigkeit um 30 Prozent zu steigern.
Je länger man schläft, desto schwieriger wird es, anschließend wieder wach zu werden.
Ein Trick dabei ist, vor dem Schlafen einen Kaffee zu trinken.
Denn Koffein wirkt erst nach einer halben Stunde.
Kaffee kann also unser Wecker sein.
Ach, dann trinken wir beide jetzt erst mal einen Kaffee, oder?
Vielen Dank, Frau Hartmann, für diese interessanten Informationen.
Gerne.