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Korper Sprache

Vocab level: B2
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Woran liegt es, dass uns manche Menschen sympathisch sind, andere dagegen nicht?
Der Grund dafür kann nicht nur sein, was sie sagen, sondern auch wie sie es sagen und mit welchen Signalen sie ihre Aussagen unterstreichen oder ihnen widersprechen.
Je eindeutiger diese Signale sind, desto besser verstehen wir sie.
Körpersprache ist ein wesentlicher Aspekt zwischenmenschlicher Verständigung, ohne dabei verbale Ausdrucksmittel zu benutzen.
Wir achten instinktiv viel mehr auf die Sprache des Körpers, als wir meinen.
Sie äußert sich zum Beispiel in Körperbewegungen, Haltungen, Gesten und Mimik.
Einige Experten zählen auch den Tonfall zur Körpersprache.
Durch die genannten Ausdrucksformen „verraten" Menschen ihre Emotionen,
denn unser Körper kann nicht lügen.
Experten sind der Meinung, dass sich die Körpersprache viel schlechter unter Kontrolle halten lässt als die Zunge.
Selbst wenn jemand versucht, seinen Gesprächspartner bewusst durch Körpersignale zu täuschen,
kann er das nicht lange durchhalten.
Je länger ein Gespräch dauert, umso klarer wird die Bedeutung der Körpersignale
und wir können leichter erkennen, wie sich der andere fühlt.
Diese Botschaften der Körpersprache nehmen wir so schnell wahr, wie wir gesprochene Sprache aufnehmen.
In diesem Zusammenhang entsteht die Frage, ob Körpersprache angeboren ist.
Nun, das kann weder bejaht noch verneint werden.
Körpersprache ist nämlich die Verbindung von beidem:
Genetisch vorgegebene Verhaltensmuster werden mit kulturell bedingten, erlernten Verhaltensmustern erweitert.
So benutzen fast alle Menschen die gleiche Mimik.
Das Anheben der Mundwinkel und das Freilegen der Zähne bedeutet überall:
„Ich lächle und bin ein friedlicher Mensch."
Dieser Gesichtsausdruck ist ein Erbe der Evolution,
denn ursprünglich haben die Affen so ausgedrückt, dass sie anderen Artgenossen friedlich gegenüberstehen.
Deshalb versteht auch jedes Baby ein Lächeln als etwas Positives
- obwohl es noch gar keine Sprache beherrscht.
Hängende Mundwinkel versteht übrigens auch jeder Mensch.
Sie drücken Trauer aus.
Unsere Mimik transportiert also Signale, die Emotionen ausdrücken,
und diese werden in sämtlichen Kulturen sehr ähnlich gezeigt.
Bei den Gesten sieht es da schon etwas anders aus, denn sie sind sehr viel kulturspezifischer:
Kopfschütteln oder -nicken drücken aus diesem Grund nicht immer dasselbe wie bei uns aus.
Ein Hochwerfen des Kopfes bedeutet in Griechenland und Bulgarien zum Beispiel „Nein",
wirkt auf uns aber wie ein Nicken.
Körpersignale aus anderen Kulturen bedeuten also oft etwas anderes, als man denkt.
Als Antwort auf die Frage, ob Körpersprache angeboren ist,
soll abschließend Prof. Samy Molcho, Experte für Körpersprache, zitiert werden:
„Den größeren Teil der Mimik, Gebärden und Gesten,
mit denen wir uns gegenüber anderen ausdrücken,
haben wir uns durch Nachahmung oder Erziehung angewöhnt.
Sie dienen dazu, unsere Gefühle darzustellen, und sind - bei aller Subjektivität und Individualität - ein allgemein verbindlicher Code."