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Doktortitel - ja oder nein

Vocab level: B2
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Herr Professor von Münch, für wen lohnt es sich zu promovieren?
Das lässt sich nicht pauschal für alle Disziplinen beantworten.
In der Medizin ist es beispielsweise üblicher und wichtiger.
Generell lohnt es sich für jeden, der Freude an wissenschaftlicher Arbeit hat.
Wer sollte auf eine Promotion lieber verzichten?
Man sollte auf jeden Fall abwägen,
vor allem, wenn man eine attraktive berufliche Position bekommt:
Ist es sinnvoll, später einen Doktor zu haben, aber keinen Job,
oder jetzt einen Job, aber nicht den Doktor?
Wie viel Prestige ist mit einem Doktortitel heutzutage noch verbunden?
Auch das ist nach Disziplinen unterschiedlich.
Der Dr. Ing. zählt heute mehr als manche anderen Doktortitel.
Generell kann man sagen, dass der Doktorgrad als solcher heute keine besondere gesellschaftliche Position verleiht.
Im 19.Jahrhundert dagegen gab es zum Beispiel besondere Regeln für die Sitzordnung bei Tisch, wenn ein Doktor anwesend war.
Wie kann ich einen Professor davon überzeugen, mein Doktorvater zu werden?
Es ist sinnvoll, schon während des Studiums ein wenig an eine spätere Promotion zu denken.
Das bedeutet zum Beispiel, dass man Kontakt zu Professoren sucht.
Man kann sich schon als Student durch gute Leistungen oder gescheite Fragen in der Vorlesung in den Kopf eines Professors eingraben.
Sehr viele Dissertationen entstehen übrigens aus Seminararbeiten:
Es kommt vor, dass der Seminarleiter den Studenten fragt,
ob er nicht später bei ihm promovieren möchte.
Und wenn ich es nicht geschafft habe, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?
Der Normalfall ist, dass Sie einen Professor ansprechen, dessen Forschungsschwerpunkt Sie besonders interessiert.
Und wenn sich der Professor wochen- oder monatelang nicht äußert, ob er mich annimmt?
Dann haken Sie nach.
Fragen Sie die Sekretärin, ob sie etwas weiß,
oder in welcher Form - Brief, E-Mail, Anruf - Sie am besten nachfragen sollten.
Aber geben Sie Ihr Promotionsvorhaben nicht auf,
nur weil sich der Professor nicht gemeldet hat.
Suchen Sie lieber einen anderen Doktorvater.
Muss ich schon ein fertiges Dissertationsthema mitbringen?
Auch das ist von Fach zu Fach, von Professor zu Professor unterschiedlich.
Ich meine, der Doktorand sollte sich das Thema am besten selber suchen,
weil er dann eine ganz andere, viel engere Beziehung dazu hat.
Viele Doktoranden stürzen irgendwann in das „Hat doch alles keinen Sinn"-Loch.
Wie kommt man da wieder raus?
Durch Urlaub.
Drei, vier Wochen nicht an der Arbeit schreiben.
Dann mit anderen Doktoranden reden und sich selber überprüfen:
Ist das eine Stressphase oder macht es wirklich keinen Sinn?
Wie viel Zeit muss man in eine Doktorarbeit investieren?
Das hängt vom Fach ab.
Es gibt Leute, die haben angeblich in sieben Monaten promoviert,
andere haben fünf Jahre und länger gebraucht.
Der Hauptfaktor ist die Suche nach dem Doktorvater.
Die sollte innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein.
Das Thema hat man in der Regel schon.
Falls man es noch suchen muss: noch mal drei Monate.
Das Schreiben ist von Fach zu Fach unterschiedlich aufwändig.
Zur Promotion gehört auch eine mündliche Prüfung...
... die im Vergleich zur Dauer der Anfertigung der Dissertation ein Kurzfilm ist.
In der mündlichen Prüfung fällt nur selten jemand durch.
Aber auch das kann passieren.
Meistens handelt es sich dabei um Doktoranden, die im Berufsleben stehen und sich nicht richtig vorbereiten konnten.
Welchen Rat möchten Sie zum Schluss jungen Doktoranden geben?
Nicht aufgeben!
Eine Doktorarbeit zu schreiben ist zu einem entscheidenden Teil eine Frage der Ausdauer.