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Fleißpunkte sammeln

Vocab level: B2
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Frau Vocke, Sie haben in Bremen ein neues Studienkontenmodell entwickelt,
mit dessen Hilfe sich die Semesterzahl verkürzen lassen soll.
Langzeitstudierende müssen demnach zahlen
- einige bereits vom ersten Studienjahr an.
Müssen viele Bremer Studierende bald damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden?
Im Gegenteil, unser Modell ist konsequent darauf ausgerichtet, Einnahmen zu vermeiden.
Bisherige Studienkontenmodelle wie in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz bestrafen Studierende,
die in einer bestimmten Zeit nicht das Examen schaffen.
Wie ihr Studium bis dahin verläuft, interessiert nicht.
In Bremen dagegen wollen wir, dass unsere Studierenden vom ersten Semester an erfolgreich und zügig studieren.
Wie wollen Sie das schaffen?
Jeder Studienanfänger bekommt ein Konto,
auf dem er bis zum Bachelor-Abschluss 180 und bis zum Master weitere 120 Studienpunkte, so genannte Credits, ansammeln muss.
Für jedes Lehrmodul bekommt er bis zu 12 Credits -
und zwar jeweils in zwei Phasen,
die eine Hälfte, wenn er sich zur Prüfung anmeldet,
die andere Hälfte, wenn er sie besteht
Im Durchschnitt sollte der Studierende im Jahr 60 Credits erwerben, mindestens jedoch 30.
Wer weniger Fleißpunkte erwirbt...
... erhält von seinem Studiengang einen Brief,
dass die Universität sich Sorgen macht.
Denn wenn er in diesem Tempo weiterstudiert,
wird er das Examen nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen und muss damit rechnen, Gebühren zu zahlen.
Gleichzeitig wird ihm Beratung angeboten,
wie er in Zukunft erfolgreicher vorankommt.
Und wer überhaupt keinen Credit erwirbt?
Der muss sich fragen lassen,
was er an der Universität will,
und wird mit bis zu 500 Euro zur Kasse gebeten.
Dieses Signal soll deutlich machen, dass sein Verhalten nicht erwünscht ist.
Das Hochschulrahmengesetz garantiert ein kostenloses Studium bis zum ersten Abschluss
Nur für jene, die tatsächlich studieren.
Wer eingeschrieben ist, aber keinen Kurs belegt, nimmt anderen den Platz weg.
Auch wer eine Reise bucht, die er nicht antritt, muss Strafe zahlen.
Wie viel Zeit räumen Sie den Studierenden ein, die nur ein Minimalpensum erfüllen?
Um den Bachelor zu erreichen, darf jeder höchstens 12 Semester studieren.
Also die doppelte Regelstudienzeit.
Das hört sich nach sehr viel an.
Im Gegensatz zu den anderen Studienkontenmodellen, die eine geringere Toleranzspanne haben,
soll es keine Ausnahmen für Studierende geben, die berufstätig sind, ein Auslandssemester einlegen oder Angehörige pflegen.
Wir wollen ein einfaches Modell, bei dem wir nicht über Ausnahmefälle zu entscheiden haben.
Schafft es nicht doch mehr Bürokratie?
Nein, alle Prüfungsdaten liegen bereits heute vor.
Einmal im Jahr bekommt der Studierende einen Kontoauszug, den er im Internet einsehen kann.
Die bisher übliche Anmeldung zu Kursen entfällt.
Insgesamt rechnen wir damit, nur einen neuen Mitarbeiter für die Datenpflege einstellen zu müssen.
Welchen Vorteil hat, wer zügig studiert oder sich besonders engagiert?
Ihm werden am Ende seines Studiums Punkte auf einem Sparbuch gut geschrieben.
Mit diesem Kapital erwirbt er die Berechtigung,
sich an der Universität während seiner Berufszeitfortzubilden oder später ein zweites Studium zu beginnen,
das in Zukunft normalerweise etwas kostet.
Doch nicht immer liegt es an den Studierenden, wenn sich das Studium in die Länge zieht.
Wird in Ihrem Modell auch die Universität in die Pflicht genommen?
Innerhalb der Universität wird ein Teil der Mittel danach verteilt,
wie viele Credits die Studierenden an den jeweiligen Fachbereichen erwerben.
Das gibt den Fachbereichen einen Anreiz, das Studium so zu organisieren,
dass es zügig verläuft und möglichst viele Punkte erworben werden.
Bislang reichte es, wenn in einem Fach viele nur eingeschrieben waren.
Niemand fragte nach den tatsächlichen Leistungen.
Das soll es künftig nicht mehr geben.