Kaiserin Maria Theresia und Kaiserpavillon im Tiergarten
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Vor sich sehen Sie ein Gemälde der Kaiserin Maria Theresia.
Sie war eine der bedeutendsten Frauenpersönlichkeiten der Geschichte überhaupt.
1740 bestieg sie mit 23 Jahren den Thron und regierte 40 Jahre lang.
Ihre Regierungszeit war durch große Reformen gekennzeichnet:
Die Verwaltung wurde reformiert und das Militär neu organisiert.
Sie verbesserte die Lage der Bauern und führte die allgemeine Schulpflicht ein.
Maria Theresia war Mutter von 16 Kindern: 11 Mädchen und 5 Jungen.
Man sagt, sie war in jungen Jahren sehr impulsiv und lebenslustig.
Sie sprach Deutsch mit wienerischer Färbung, daneben Latein, Spanisch, Französisch und Italienisch und sie liebte Musik.
Deshalb ließ sie ihre Kinder auch Instrumente lernen.
In den privaten Räumen versuchte sie, sich so familiär und gemütlich wie nur irgendwie möglich einzurichten.
Überall im Schloss spürte man den Familiensinn der großen Kaiserin, der ihr sowohl bei Staatsgeschäften als auch innerhalb der Familie nützlich war und für den sie sehr gelobt wurde.
Schönbrunn nutzte die Kaiserin als Sommerschloss.
Für gewöhnlich blieben sie und alle ihre Kinder bis Spätherbst.
Jedem Familienmitglied standen fünf Wohnräume zur Verfügung, für Ehepaare waren zehn Wohnräume vorgesehen.
So kann man sich vielleicht vorstellen, wie unendlich groß Schloss Schönbrunn ist.
Wir kommen nun zu einer besonderen Attraktion hier in Schönbrunn: dem Tiergarten.
Kaiser Franz I. ließ die Tiergartenanlage nach einem um 1751 datierten Entwurf seines Hofarchitekten Nicolas Jadot errichten.
Um einen zentralen Pavillon wurden dreizehn Tierhöfe angelegt.
Die Tiergehege waren bereits im Jahr 1752 fertiggestellt, der Mittelpavillon wurde allerdings erst 1759 vollendet.
Die einzelnen Tierhöfe waren mit einem eigenen Brunnen versehen, durch hohe Mauern voneinander getrennt und zum Mittelpavillon mit einem eisernen Gitter abgeschlossen.
Im zentralen Mittelpavillon frühstückte das Kaiserpaar gelegentlich.
Nach der Öffnung des Schlossgartens für das Volk im Jahr 1779 konnte man gleichzeitig auch die Tiere besichtigen.
Im Lauf des 19. Jahrhunderts kamen stetig neue Tiere dazu, bestehende Gehege wurden umgebaut und neue errichtet.
Zu den Attraktionen zählten Elefanten, Kamele, Kängurus und andere Exoten.
Besonderes Aufsehen erregte die erste lebende Giraffe, die als Geschenk des ägyptischen Vizekönigs im Jahr 1828 nach Schönbrunn kam.
Die begeisterten Wiener kamen in Scharen in den Tiergarten.
Die Ankunft der Giraffe beeinflusste sogar die Mode und das Gesellschaftsleben - Kleider und Accessoires „à la girafe" waren gefragt.
Am Ende des 19. Jahrhunderts änderten sich Aussehen und Zielsetzung des Tiergartens.
Es entstand ein großer zoologischer Garten und die Mauern zwischen den Tierhöfen wurden durch Gitter ersetzt,
damit man die Tiere bequemer anschauen konnte.
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