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Heuschreckenplage in Afrika

Vocab level: C1
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Die Heuschrecke ist eigentlich ein harmloses Insekt.
Und doch hat sie sich in letzter Zeit in mehreren Ländern Afrikas so schnell vermehrt, dass sie zu einer großen Bedrohung für die Länder geworden ist.
Wie es dazu kam und welche Maßnahmen in dieser bedrohlichen Situation in der Region zu ergreifen sind,
das sagt uns jetzt Dr. Stevens, eine Expertin von der Welternährungsorganisation FAO.
Frau Stevens, wie ist die Lage?
Die Lage ist ernst.
Wir haben es hier mit der sogenannten Wüstenheuschrecke zu tun,
die in Schwärmen von bis zu mehreren Milliarden Tieren nordwestafrikanische Länder wie Mali, Algerien, Marokko, Mauretanien und den Tschad befallen hat.
Da diese Heuschrecken den Pflanzenwunsch wegfressen, bedrohen sie ernsthaft die Nahrungsgrundlagen der Bevölkerung.
Mehrere Millionen Hektar Land sind schon befallen,
40-50 Prozent des Weidelandes und 10-20 Prozent der Feldfrüchte sind geschädigt.
Die schnelle Vermehrung der Heuschrecken hängt mit den Sommerregen in der Region zusammen.
Diese sind zwar gut für den Pflanzenwuchs, aber auch für die Fortpflanzung der Heuschrecken, die ihrer Eier an Stellen mit genügender Bodenfeuchtigkeit legen.
Ein Schwarm kann an einem Tag die Nahrung von 2.500 Menschen vernichten.
Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen?
Die FAO hat einen konsequenten Einsatz von Pestiziden, also von chemischen Bekämpfungsmitteln gegen diese Plage gefordert,
damit sich die Situation der Bevölkerung in diesen Ländern, die ohnehin schon Hunger bedroht sind, nicht noch verschlimmert.
Bisher wurden standardmäßig Pestizide am Boden und von Flugzeugen aus verspritzt.
Das ist unsere Sicht das einzige, was man bei Schäden in einem solchen Ausmaß jetzt noch tun kann.
Sind denn langfristig Alternativen zu Pestiziden denkbar?
Mitarbeiter der Biologischen Bundesanstalt in Darmstadt z. B. haben doch einen anderen Weg zur Vernichtung der Heuschrecken gefunden, der verträglicher für die Umwelt ist.
Sie konnten nämlich im Labor einen Pilz züchten, der in den Körper der Heuschrecke hineinwächst, bis sie stirbt.
Ja, das ist richtig.
Dieser Pilz ist sehr aggressiv und hat bei Laborversuchen alle Heuschrecken vernichtet.
Er lässt sich problemlos in Flüssigkulturen in großen Mengen herstellen und auf den befallenen Flächen verspritzen, sogar in der Hitze Afrikas.
Denn er ist zwar empfindlich gegen Hitze,
aber inzwischen wurden herausgefunden wie er auch unter diesen schwierigen Klimabedingungen gelagert und eingesetzt werden kann.
Es wird empfohlen, den Pilz in den kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verspritzen.
Ein anderes Problem ist die Logistik.
Der Pilz muss in großen Mengen an die richtigen Stellen gebracht werden.
Bisher wurde in Mauretanien nur vom Boden aus eingesetzt,
aber viele Brutgebiete der Heuschrecken sind nicht vom Boden, sondern nur vom Flugzeug aus erreichbar.
Ein Nachteil ist auch, dass solche Pilzkulturen sehr viel teurer als Pestizide sind
und daher jetzt kaum in den nötigen Mengen zum Einsatz kommen werden.
Was wird jetzt in den betroffenen Ländern passieren?
In der von Dürren bedrohten Sahel-Zone setzen die Sommerregen ein,
so dass die Ernten diesmal eigentlich besser werden müssten.
Aber in dieser Region, die ohnehin von Hunger bedroht ist, können sich die Heuschrecken, wie schon gesagt, durch den Regen weiter vermehren und die Ernten vernichten.
Deswegen haben wir in der Weltgemeinschaft appelliert,
17 Millionen Dollar für die Ausrüstung, Flugzeuge und Bekämpfungsmittel aufzubringen, die für den Einsatz gegen die Heuschrecken dringend nötig sind.
Bisher flossen die Gelder nur langsam.
Eine weitere Verzögerung könnte jedoch teuer zu stehen kommen.
Die letzte Heuschreckenplage von 1986 bis 1989 hat die internationale Spender-Organisationen etwa 300 Millionen Dollar gekostet.
Die betroffenen Länder mussten selbst zusätzlich etwa die gleiche Summe aufbringen.
Wenn sich eine solche Plage jetzt wiederholt und eine Hungerkatastrophe auslöst, dann hätte das furchtbare Konsequenzen.
Daher müssen wir jetzt dieser Heuschreckenplage so schnell wie möglich begegnen, mit welchen Mitteln auch immer, chemischen oder biologischen.